Willkommen auf meinem Blog

Es ist Samstag 7:10 Uhr und für mich der perfekte Zeitpunkt für meinen ersten Blogbeitrag und um „mal eben“ den Blog zu starten. Mal eben stimmt nicht ganz. Das Projekt Blog war schon vorletzten November auf meiner Agenda. Damals dachte ich, ich fang lieber schnell mal an, bevor ich es gar nicht mache. Mehr als ein Jahr später finde ich den verlassenen Entwurf meines ersten Beitrags. Gefangen zwischen der Idee, dass ich den Blog nur anfangen darf, wenn ich ihn vorher plane und alle Parameter optimiere, und dem inneren Druck, wenn ich es nicht einfach so mache, dann mache ich es nie. Das Intro hat es schon verraten. Beide Wege haben dazu geführt, dass ich nicht angefangen habe.

Ein Jahr später habe ich auch diesen, nun ersten Beitrag nicht geplant. Würde ich mir vornehmen, Samstag morgens 7 Uhr einen Blogpost verfassen zu müssen, wäre das eine Garantie dafür, das es nicht passiert. Und dennoch gibt es ihn jetzt. Was sich verändert hat? Ich. Ich habe keine Angst mehr davor, das mein Wunsch zu Schreiben, davon abhängen könnte, ob ich zu genau einem festgelegten Zeitpunkt Leistung bringen kann oder nicht. So funktioniert mein neurodivergentes Gehirn nicht. Und genau darum wird es in diesem Blog gehen. 

Wieso überhaupt einen Blog?

Im August 2024 habe ich den virtuellen Coworking Space mit dem Titel „Trial & Error“ gegründet. Ein Safe Space für Menschen, die im Laufe ihrer Lebensgeschichte gemerkt haben, dass Arbeit und Leistung, so wie sie uns vermittelt wurde, für viele Menschen unvereinbar ist mit Familie, Gesundheit und Leben. Oft sind es sensible, hochsensible und neurodivergente Menschen, die zwischen Erwartungen, Anpassung und Familiengründung einen fast schon unausweichlichen Burn Out durchlebt haben und merken: „So, wie ich es gelernt habe, geht es nicht. Aber was nun?“

Wenn wir den Körper ganzheitlich in den Alltag und dein Arbeitsleben einbeziehen wollen, müssen wir einige Ideen von Arbeit und Leistung hinterfragen. Ich möchte dir einen alternativen Blickwinkel auf Arbeiten mit und auch ohne Neurodivergenz geben, um das generelle Bewusstsein dafür zu stärken, dass Arbeiten neu gedacht werden darf. Stress, Erschöpfung, wiederholte Krankheitsphasen, Perfektionismus, Prokrastination und vieles mehr sind die Folgen davon, dass der Körper beim Arbeiten nicht mitgedacht wird. Dass wir immer noch so arbeiten, wie es sich irgendwann mal eins von diesen „man“s aus den „das macht man so“s ausgedacht hat, statt unsere eigenen Bedürfnisse und individuellen Strategien zu berücksichtigen.  

Genauso laut und viel, wie die Leistungsgesellschaft über ihre Ideen von Selbstaufgabe spricht, dürfen wir über Alternativen sprechen. Darüber, dass Gesundheit kein Luxus ist, sondern ein Grundbedürfnis. Darüber, dass Gemeinschaft kein Konzept mit Zugangskriterien ist, sondern unsere natürliche Lebensform. Darüber, dass wir als Menschen die Gesellschaft bilden, die wir brauchen und dass wir aufhören dürfen nach konstruierten Idealen zu streben.

Das ist mir noch wichtig.

Über diesen Blog ist mir wichtig zu sagen, dass ich auf inklusive Sprache achten möchte. Und ich lerne selber noch, das heißt, es wird mir nicht immer gelingen. Dafür und für weiteren Austausch ist die Kommentarspalte da. Lasst uns gemeinsam neugierig sein und einen wertschätzenden Umgang miteinander lernen, der sich in Sprache, Haltung und Verhalten ausdrücken darf. Lasst uns unterschiedliche Sichtweisen nebeneinander stellen und sein lassen.

Auf diesem Blog und in meinen Räumen ist kein Platz für Rassismus, Sexismus, Ableismus und Faschismus. Kommentare in diese Richtung werden gelöscht. Wenn du das Gefühl hast, ein Kommentar wurde zu unrecht gelöscht, schreibe mich gerne direkt an unter fanpost@sarahscharfenberg.de und wir können in konstruktiven und reflektierten Austausch darüber einsteigen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert